Aktuelle Forsa-Umfrage bestätigt: Männer sind Vorsorgemuffel
Private Altersvorsorge wird für den Einzelnen immer wichtiger – zumindest objektiv betrachtet. Allerdings sehen Männer die Altersvorsorge nach einer aktuellen Forsa-Umfrage als nicht mehr so wichtig an wie noch vor drei Jahren. Das verwundert, weil angesichts steigender Lebenserwartung und relativ hoher Arbeitslosenquote viele Kunden vor allem in den letzten Jahren eigentlich sensibler gegenüber diesem Thema geworden sein müssten.
Bei den befragen Männern im Alter von 20 bis 59 Jahren sank das Interesse an Altersvorsorge oder einer Lebensversicherung im Vergleich zu vor drei Jahren von 75% auf 67%. Im Gegensatz dazu ist das bei den befragten Frauen völlig anders: Im Laufe diesen Jahres ist ihre Zustimmung zur Vorsorge fürs Alter um 8% auf 75% gestiegen. Das mag vor allem daran liegen, dass Frauen zukunftsorientierter als Männer eingestellt und demnach im Regelfall verantwortungsvoller veranlagt sind. Möglicherweise ist es auch die statistisch längere Lebenserwartung, welche die Entscheidung der Frauen beeinflusst. Zudem ist es der Gedanke, im Laufe des Lebens einmal eigene Kinder zu haben, der für diese Einstellung indirekt mitverantwortlich sein könnte. Wäre keine Vorsorge vorhanden, bestünde später eine moralische Verpflichtung für die Kinder, die Eltern zu unterhalten.
Auch in den bereits abgeschlossenen Verträgen macht sich die unterschiedliche Einstellung von Männer und Frauen gegenüber diesem Thema bemerkbar: Während bis zum dritten Quartal 2010 insgesamt 48% der befragten Frauen laut eigenen Angaben bereits eine Riester-Rente abgeschlossen haben, sind es nur 39% der Männer, welche diese geförderte Altersvorsorge nutzen – ein deutlicher Unterschied. Allerdings fällt positiv auf, dass immer mehr junge Menschen überhaupt an Altersvorsorge denken. Denn während bis zum zweiten Quartal nur gerade einmal 38% aller Befragtem im Alter von 20-29 einen Riester-Vertrag nutzten, sind es aktuell bereits knapp über 50%.
Statistische Bundesamt: Jeder zweite wechselt frühzeitig in den Ruhestand
Derzeit werden viele Debatten geführt, ob ein Ruhestand mit 67 Jahren oder gar erst mit 70 Jahren angebracht sein könnte. In Anbetracht der aktuellen Zahlen wirken diese Diskussionen geradezu absurd.
Das Statistische Bundesamt fand in einer Studie heraus, dass es nicht einmal jeder zweite deutsche Arbeitnehmer bis zum regulären Rentenalter durchhält. Im Jahr 2008 gingen 27,8 Prozent der Arbeitnehmer unfreiwillig, aus gesundheitlichen Gründen, frühzeitig in Rente. Im Durchschnitt waren diese bei Rentenantritt 55 Jahre alt. Personen die regulär in den Ruhestand gingen waren im Schnitt 8,5 Jahre älter. In Anbetracht aller Ruheständler, vom Jahr 2009, wird deutlich das gerade einmal 50 Prozent, aufgrund des Alters ihr Arbeitsleben regulär beendeten. Mehr als 20 Prozent wechselten aus der Arbeitslosigkeit zur Rente oder nutzen die Vorruhestandsregelungen.
Laut Statistischem Bundesamt spielen bei den gesundheitlichen Problemen, einzelne Berufsgruppen eine starke Rolle, um frühzeitig in Rente zu gehen. Besonders oft betroffen sind Arbeitnehmer in körperlich Anspruchsvollen Berufen, gesundheitsbedingt wechselte knapp die Hälfte aller Beschäftigten im Hoch- und Tiefbau in den Ruhestand.
Bei Ausbauberufen wie beispielsweise dem Heizungsbauer, Fliesenleger oder Polsterer waren es mehr als 45 Prozent sowie fast 40 Prozent bei den Malern und Lackieren.
Deutlich seltener hingegen gehen Chemiker, Physiker, Mathematiker oder Ingenieure aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand, hier waren es gerade einmal 14,6 Prozent.
Bei Bürokräften lag die Quote bei etwa einem Fünftel aller Ruheständler.
Um sich für den Fall der Fälle zu rüsten, hilft nur eine optimale Altersvorsorge. Über die sich jeder frühzeitig seine Gedanken machen und die entsprechenden Vorkehrungen treffen sollte.
YouGov-Psychonomics 08/2010: Altersvorsorge “light” herrscht in Deutschland vor
Private Altersvorsorge gilt heutzutage als unerlässlich, um im Alter mit ausreichenden finanziellen Mitteln versorgt zu sein. Die Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung sichern zukünftig mit großer Wahrscheinlichkeit nur noch eine Basisversorgung ab. Möchte man den persönlichen Lebensstandard auch im Alter beibehalten, kommt es darauf an, jetzt die richtigen Kapitalanlage-Entscheidungen zu treffen.
Statt Risikostreuung einseitiges Anlageverhalten – Altersvorsorge “light “
Viele Anleger wissen, dass die eigene Finanz-Strategie unzulänglich in Bezug auf Rentabilität oder Risikoverteilung ist, trotzdem ist die Tendenz, nur in eine oder zwei Anlage-Möglichkeiten zu investieren, überwiegend. Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungs-Instituts YouGov-Psychonomics, im Auftrag des britischen Lebensversicherers Standard Life vom August 2010 ergab, dass ca. 60% der Deutschen eine private Altersvorsorge betreiben. Rund die Hälfte aller Bundesbürger legen ihr Geld allerdings nur in ein oder zwei Anlageformen an, auf eine Risikostreuung wird, wider besseren Wissens, weitgehend verzichtet. Hauptsächlich werden Anlagen in Kapitallebens-Versicherungen, private Rentenversicherungen und fondsgebundene Rentenversicherungen getätigt. Die eher Rendite-orientierten Anlageformen wie Aktien- und Rentenfonds, Aktien oder Immobilienfonds dagegen, finden kaum Beachtung.
Altersvorsorge flexibel gestalten – immer optimal versorgt
Diejenigen, die tatsächlich eine Verteilung ihrer Altersvorsorge auf mehrere Anlageformen realisieren, zählen erhöhte Sicherheit und größere Chancen auf eine gute Rendite zu den Gründen. Was widersprüchlich ist, Risikostreuung wird von den meisten Anlegern als wichtig angesehen und doch erfolgt sie in vielen Fällen nicht. Bei vielen Kapital-Anlegern fehlt eine Risikobereitschaft, aufgrund unsicherer Marktlage, völlig und daher setzen sie auf eine oder zwei Anlageformen. Doch die aktuellen Finanzmärkte können aufgrund starker Schwankungen für einzelne Anlageformen längst keine Sicherheiten mehr garantieren. Die einzige Sicherheit, die erlangt werden kann, besteht darin, ein ausgeglichenes Portfolio von verschiedenen Anlage-Produkten zusammen zu stellen und dies durch ständige Überprüfung und Anpassung nach der aktuellen Marktlage flexibel zu gestalten. Der von vielen Anlegern angegebene Grund, Altersvorsorge in mehreren Anlageformen sei aufgrund von zu wenig Kapitaleinsatz nicht realisierbar erübrigt sich, da man bereits ab einem monatlichen Anlagebetrag von 50 € mit modernen Vorsorgeprodukten eine ausgeglichene Diversifikation erzielen kann.
